Fahrrad Industrie

Fahrradbranche: Enormes Wachstum in den Niederlanden

Die Konjunktur in diesen Jahren war schlecht, doch gelang es der Fahrradindustrie dennoch, erstaunlich viele Einheiten abzusetzen, was sicherlich auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass das neue Fortbewegungsmittel eine erstaunliche Mobilität mit sich brachte, die immer mehr Menschen nicht mehr missen wollte.

Durch diese Erfolge entschlossen sich Firmen wie Simplex, Fongers und Burgers zu hohen Investitionen im Jahr 1896, wodurch die Infrastruktur der niederländischen Fahrradhersteller gestärkt wurde. Dennoch deckte der Import noch mehrere Jahre lang den größten Teil der Nachfrage nach Fahrrädern.

Um die Jahrhundertwende kam es zu einer vorübergehenden Rekordentwicklung in der Fahrradbranche. Die immer schneller werdende Serienfertigung konnte die Räder zu niedrigen Preisen auf den Markt bringen, während Importräder aus Amerika gleichermaßen die Preise drückten, wodurch sich das Fahrrad nach und nach zu einem allgegenwärtigen Transportmittel entwickelte.


 



Viele Fahrradbesitzer hatten in der Mitte der neunziger Jahre des entsprechenden Jahrhunderts ihr Rad noch als leicht skurriles Sportgerät gesehen; mittlerweile konnten sich die neuen, günstigen Räder problemlos als alltagstaugliche Transportmittel etablieren.

Aus Steuerunterlagen geht hervor, dass sich der niederländische Fahrradbestand zwischen 1899 und 1903 auf beinahe 200.000 Stück verdoppelte. Auch in der Folgezeit kamen jährlich rund 40.000 bis 50.000 Fahrräder hinzu. Dementsprechend waren die Zeiten für alle Menschen, die in der Fahrradindustrie arbeiteten, sehr gut; der Fahrradhandel florierte, und 1912 war die Zahl von 646.925 Fahrrädern erreicht.

Zum Vergleich: zur gleichen Zeit gab es in den Niederlanden ungefähr 4.000 Motorrädern und 3.250 Autos. Auch der Export innerhalb und außerhalb Europas nahm beständig zu.

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