Ende der Theokratie

Das Ende der Herrschaft des Dominikaners in Florenz

Allerdings geschah dies nicht, wie man vielleicht vermuten würde, aus politischen Unstimmigkeiten, denn die Florentiner waren bei allem Pragmatismus in Bezug auf Mäzenatentum und Religion stets ein papsttreues Volk gewesen, was sich nun ein weiteres Mal erweisen sollte.

Savonarola verweigerte dem Borgia-Papst Allessandro VI. die Treue, als dieser von Florenz den Anschluss an die „ Heilige Liga “ forderte. Diese Liga war vom Papst geschmiedet wurden, um gegen die Franzosen vorzugehen; ein Projekt, das im verärgerten Florenz natürlich eigentlich eine breite Unterstützung gefunden hätte.

Der Dominikaner an der Spitze der Stadt allerdings wollte sich aus Idealismus den politischen Notwendigkeiten nicht beugen und verweigerte dem Papst, den er insgeheim für den Verfall der Sitten mitverantwortlich machte, die Gefolgschaft.

Es kam zu einer Vorladung Savonarolas nach Rom, die dieser jedoch ignorierte, was ihm die Exkommunikation einbrachte.


 



Spätestens an diesem Punkt war das Maß für die Florentiner voll, die nicht länger zusehen wollten, wie jemand gegen ihren Willen Entscheidungen traf, die sie nicht unterstützten. Von Seuche, Hunger und dem Krieg gegen Pisa geplagt, bäumte sich Florenz gegen diese Fremdherrschaft auf.

Medici-Anhänger und Franziskaner stachelten das Volk an, die Mönche vor allem deshalb, weil sie nicht gerne sahen, dass der konkurrierende Dominikanerorden hier einen so klaren Vorsprung an Einfluss hatte.

Schließlich stürmte am Palmsonntag die enttäuschte Menge San Marco, und der Prior Savonarola wurde verhaftet, angeklagt, der Ketzerei schuldig befunden, gehängt und verbrannt. Seine Asche streute man in den Arno. So ging man in Florenz mit ärgerlichen und deplatzierten Herrschern um.

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