Elltal Rheindamm
15. Februar, 2007 von Moderator
Elltal und Rheindamm - Nicht nur für Naturliebhaber
Besondere Aufmerksamkeit in Hinsicht auf die Wiesenlandschaft Liechtensteins genießt das Elltal bei Balzers, das größte zusammenhängende Magerwiesengebiet des Landes. Diese Landschaft, die sich durch eine besonders reichhaltige Pflanzenwelt auszeichnet, die noch dazu relativ wenig empfindlich in ihrem Ökosystem ist, ist bekannt für seine Feuerlilien, die weit von den steilen, westexponierten Hängen leuchten.
Doch auch jenseits des Elltals hat Liechtenstein einiges zu bieten: nur unweit dieses wichtigen Tals beginnt der Rheindamm, der sich von der südlichsten Gemeinde, Balzers, bis zur Nordgrenze bei Ruggell hinzieht.
Wie das Elltal ist der Rheindamm an seiner Flussseite eine echte Fundgrube für bunte und seltene Pflanzen, die man sonst im Land nur selten in freier Natur finden kann. Entlang der etwa 22 Kilometer umfassenden Dammböschung kommen über 500 Pflanzenarten vor, viele davon erstaunlicherweise Gebirgspflanzen, die mit den Flüssen in das Tal hinuntergekommen sind.
Diese Schwemmlinge, die auf natürlichem Wege eine Verbreitung in eigentlich untypischen Regionen gefunden haben, machen die Region des Rheindamms zu einem botanisch besonders interessanten Gebiet, da es besonderer Umstände bedarf, damit solche Pflanzen überhaupt so weit nach unten in ein Tal kommen und dort auch noch erfolgreich überleben.
Für den Wanderer sind diese schönen und besonderen Regionen natürlich sehr interessant: hier findet man viele Orchideen, darunter sogar einige seltene Arten. Dazu komm eine Vielzahl so genannter Neophyten, von Pflanzen also, die vom Menschen neu in eine Region gebracht wurden, und dies teilweise sogar ohne Absicht.
Diese Einwanderer kommen hauptsächlich aus der Neuen Welt und haben seit dem ersten intensiven Verkehr zwischen Europa und Amerika einige Verbreitung in Liechtenstein gefunden, was natürlich recht verwunderlich erscheint, da Liechtenstein nicht gerade für einen Schiffsverkehr mit Amerika bekannt war. Dennoch nahm das Land über viele Jahrhunderte eine wichtige Stellung als Handelszentrum ein, womit diese Entwicklung zu begründen ist.
Doch es ist nicht nur die Vielfalt der Pflanzen in den „gewöhnlichen“ Landschaften Liechtensteins, die dieses Land für Naturfreunde so interessant machen. Liechtenstein ist auch ein Refugium für Ackerbegleitkräuter und Ruderalpflanzen, die als Pioniere auf vom Menschen verformtem Boden wachsen, und für die xerothermen, wärmeliebenden Arten, die in der Dammböschung auf engem Raum versammelt sind.
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