Dolomiten Südtirol

Wie das für Urlaub beliebte Gebirge zu seinem Namen kam

Lange Zeit galten die Dolomiten als ein recht unbekanntes Fleckchen Erde, ein Gebirgszug, über den man nicht viel wusste und den nur wenige Menschen genau erforscht hatten. Im 18. Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1788 kam der Inhaber des Lehrstuhls für Mineralogie an der Bergbauschule in Paris nach Tirol.

Der Name dieses Wissenschaftlers war Deodat de Dolomieu, ein Mineralologe von außerordentlichem Rang. Sein Ziel war die Erforschung der Gebirge im Süden Tirols, eine Region der Erde, für die man zu dieser Zeit nicht einmal einen Namen kannte. Einen eigenen Namen hatte auch Dolomieu nicht für diese isolierten Berge mit ihrem hellen Gestein und ihren steilen Flanken; sie waren sozusagen ein Niemandsland, das diesen Status aus dem einfachen Grund innehatte, das sich bis jetzt niemand, oder besser gesagt kaum jemand, für dieses Gebiet interessiert hatte.

Der Grund, aus dem der engagierte und ambitionierte Wissenschaftler Dolomieu dies ändern wollte, ist in einem Umschwung der Denkweise zu suchen: es war die hohe Zeit der Naturwissenschaft, eine Zeit, in der sich dieses Wissenschaften endlich von den religiösen Dogmen lösen konnte, die sie für eine viel zu lange Zeit eingeschränkt hatten.


 



Die meisten Menschen waren auch zu Dolomieus Zeiten noch davon überzeugt, dass Gott die Welt vor ungefähr 6000 Jahren erschaffen hatte und das es eine vorbestimmte Zahl von Reichen auf der Welt gab, an deren Ende der Tag des Jüngsten Gerichts stand. Wie überhaupt sollte in diesem Milieu jemand auf die beinahe sträfliche Frage kommen, wie die Welt entstanden war?

Es war auch eigentlich nicht primär Dolomieus Anliegen, mit seiner Erforschung dieser Berge so viel Staub aufzuwirbeln, wie er es am Ende getan hat. Er hatte vielmehr vor, wie viele seiner wissenschaftlich engagierten Kollegen auch, sich seine Sporen als Naturforscher zu verdienen, indem er eine unbekannte Region der Erde erforschte.

Er hatte eine gewisse Zeit gebraucht, um die erforderlichen Mittel für seine Forschungsreise zu gewinnen, und nachdem ihm dies gelungen war, musste er die Vorbereitungen treffen und eine Expedition vorbereiten, die sich schon bald als erstaunlich wirkungsstark erweisen sollte.

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