Cannabis Holland
24. Mai, 2007 von Moderator
Die holländische Drogenpolitik mit ihrer Teillegalisierung von Cannabis
Im internationalen Vergleich nimmt die niederländische Drogenpolitik eine bemerkenswerte Sonderrolle ein. Die Drogenpolitik der Niederlande orientiert sich am Prinzip der Schadensminimierung. Man geht davon aus, dass sich der Gebraucht von Drogen nicht vollständig verhindern lässt, so dass man versucht, die Schäden, die der Konsum und die Beschaffung der Drogen hervorrufen, zu minimieren.
Diese Politik zeichnet sich zum Beispiel durch die in Deutschland sehr bekannten „Coffee Shops“ aus, in denen straffrei geringe Mengen von Cannabis erworben werden können.
Dieser Schritt, der von Politikern anderer Länder stark bezweifelt wurde, hat folgenden Hintergrund: er vermeidet den Kontakt von potentiellen Cannabiskonsumenten mit einem kriminellen Schwarzmarkt, der nach Auffassung der niederländischen Behörden ein größeres Risiko birgt. Dieses Prinzip bezeichnet man in Holland als Märktetrennung, und auch wenn es international umstritten ist, hat man doch erhebliche Erfolge mit diesem Ansatz erzielen können.
Die Auflagen, denen sich ein Coffee Shop unterziehen muss, sind trotz des laxen Rufes der niederländischen Drogenpolitik recht streng: sie dürfen natürlich keine Drogen außer Cannabis verkaufen, sie dürfen nicht mehr als 5 Gramm abgeben und dies natürlich auch nicht an Minderjährige. Auch die Belästigung von Anwohnern muss durch den Shop vermieden werden.
Was im Vergleich zu Deutschland zu einer relativen Freiheit des Drogenkonsums zu führen scheint, ist in der Tat ein pragmatisches Konzept, das zwar der Verbannung der Drogen nicht dienen kann, das aber wenigstens zu einem geringeren Cannabiskonsum geführt hat als beispielsweise in Deutschland.
Zwar konsumieren niederländische Jugendliche mehr Cannabis als in Deutschland, doch machen sie einen kleineren Teil der Bevölkerung aus. Während in Deutschland ungefähr 3 Prozent aller Westdeutschen mit Cannabis in Kontakt waren, sind es in den Niederlanden nur 2,4 Prozent der Bevölkerung. Ein Wert, der ob des Hintergrundes des Drogenkonsums natürlich verwunderlich erscheint.
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