Autobahn Italien

Was man in Südtirol über den besonderen Fahrstil der Italiener wissen sollte

Es ist wirklich ironisch: man hört in Deutschland immer wieder, dass die Fahrt auf der Autobahn ein adrenalinpumpender Kriegszustand ist, in dem gerade einmal das Recht des Stärkeren ein grobes Reglement erwirkt. Wobei es hier natürlich als das Recht des Schnelleren zu interpretieren ist.

Dieser Zustand, der von so viel unterbewusster Sehnsucht nach Unordnung, Aufregung und Adrenalin zeugt, sorgt immer wieder für Erregungen der öffentlichen Meinung, und wird doch scheinbar konsequent von allen Fahrern missachtet, die gerade auf der Straße unterwegs sind.

Es scheint, als würde schon im deutschen Autobahnverkehr, der ja mit seiner fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung reichlich Zündstoff bietet, das Blut zu Benzin werden und der VW Golf zur Rennmaschine.


 



Was aber passiert, wenn man diese deutschen, die Kriegsherren der Autobahn, die Helden des Gaspedals, in ein Land weiter im Süden schickt? Beinahe einhellig schimpfen sie darüber, dass das Verhalten der Teilnehmer im Verkehr rücksichtslos und verantwortungslos wäre und dass man es im italienischen; wahlweise auch französischen, spanischen und sogar niederländischen; Verkehr kaum aushalten könnte.

Sind wir vielleicht einfach nicht hartgesotten genug und lieben wir die hohe Geschwindigkeit eher als den quirligen Verkehr?
Es scheint jedenfalls eine Tatsache zu sein, dass die Beziehung zwischen einem Italiener und seinem Auto eine andere ist als dies in Deutschland der Fall ist.

Während der Italiener scheinbar sein Fahrzeug hauptsächlich dazu verwendet, schnell und mit wenig Hindernissen von A nach B zu kommen, wobei der Begriff Hindernis in diesem Zusammenhang sehr weitläufig zu interpretieren ist; pocht der deutsche Autofahrer immer dann, wenn er seine Pferdestärken nicht ausreizen kann, auf sein Recht im Allgemeinen und sein Verkehrsrecht im Besonderen.

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