Arbeiterbewegung

Arbeiterbewegung - Streit in Florenz

Gonfaloniere der neuen Machthaber wurde der Wollkämmer Michele di Lantlo, den die Arbeiter zu ihrem Führer auserkoren. Parallel zu diesen Schritten stellte man drei neue Zünfte auf die Beine: die der Färber, der Wamsschneider und der gewöhnlichen Arbeiter der Textilbranche. Kurzum: der Ciompi.

Die Kaufleute wollten eine solche Umwälzung der Arbeitskraftorganisation freilich nicht akzeptieren, und so versuchten sie, alle Hebel in Bewegung zu setzen um diesen neuen politischen Einfluss in die Knie zu zwingen. Der erste Schritt auf diese Regierung der Arbeiter war einfach: die reichen und mächtigen Handelsleute antworteten mit Aussperrung und setzten ihre Ansprüche vor allem mit Gewalt durch.

Man weiß aus der mittelalterlichen Geschichte, dass Florenz bei den Kampfmethoden im Sozialkonflikt unnachgiebig und hart war und eher mehr Blut vergoss, als ein Zeichen von Schwäche zu akzeptieren.


 



So war es auch kein Wunder, dass schon bald der Aufstand niedergeschlagen war, doch wie so oft war sein Einfluss unbenommen. Die neue Regierung, die den Stand der Oligarchie festigte, musste dennoch einen Kompromiss akzeptieren.

Die radikale Zunft der Ciompi wurde aufgelöst, die beiden anderen allerdings blieben bestehen. Man ging gegen die meisten Aufständischen nur recht moderat vor und nutzte ihre Wut und ihre Energie vielmehr für sich, indem man ihre Forderungen ernst zu nehmen schien.

Die kaufmännische Oligarchie festigte wieder ihren Stand, und zu Anfang des 15. Jahrhunderts hatte die einflussreiche Albizi-Familie die Fäden des politischen Geschehens in der Hand. Hinter diesen Kulissen, die eindeutig auf die Albizi verwiesen, war der raffinierte Siceo da Uzzano der wichtigste Ratgeber, der eine erstaunliche Machtfülle vorweisen konnte.

Seine Terrakotta-Porträtbüste im Bargello bringt den überlegenen Geist dieses Großmeisters der Stadtpolitik faszinierend zum Ausdruck: Siceo verstand es meisterhaft, die verschiedenen Parteien gegeneinander auszuspielen und am Ende der Sieger jedes politischen Schachzugs zu bleiben.

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